Krankenversicherungen bei häufigen Erkrankungen

Grundsätzlich lässt sich die Krankenversicherung sowie die Heilpraktiker Versicherung als “gesundheitliche Flatrate” betrachten, welche beliebig häufige Arztbesuche ermöglicht. Dennoch sind einige Besonderheiten zu beachten.

Wodurch kommt es zu häufigen Arztbesuchen?

Wenn Menschen sehr häufig einen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen, kann dieses unterschiedliche Gründe haben. Sie können große Angst vor einer ernsthaften Erkrankung haben und vorsorglich bereits bei geringem Unwohlsein die Praxis aufsuchen. Besonders bei älteren Menschen ohne Angehörige zeigt sich mitunter, dass der Grund für häufige Arztbesuche in ihrer Einsamkeit liegt. Sie finden beim Arzt und vor allem beim Heilpraktiker die gewünschte Aufmerksamkeit und erfahren den Praxisbesuch als soziale Zuwendung.

Häufige Arztbesuche gesetzlich krankenversicherter Patienten

Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung zahlen einmalig im Quartal die Praxisgebühr in Höhe von zehn Euro. Eine weitere entsprechende Gebühr wird nur fällig, wenn ein Facharzt ohne Überweisung aufgesucht werden muss. Heilpraktikerbehandlungen werden von der gesetzlichen Krankenversicherung meist nur bei Abschluss einer Zusatzversicherung bezahlt. Des Weiteren ist beim Besuch eines Zahnarztes oder des Notdienstes eine weitere Gebühr zu zahlen. Weniger bekannt ist, dass eine zusätzliche Praxisgebühr auch anfällt, wenn während des Urlaubs oder auf Grund eines Umzuges ein praktischer Arzt in einem anderen Bundesland besucht wird.

Häufige Arztbesuche führen für gesetzlich krankenversicherte Personen nicht direkt zu weiteren Kosten, sofern wiederholt der Hausarzt oder mit dessen Überweisung ein Facharzt aufgesucht wird. Möglicherweise steigt mit der Anzahl der Arztbesuche auch die Menge der verschriebenen Medikamente und somit die Höhe der in der Apotheke zu zahlenden Eigenleistung des Versicherten. Der Arzt hat allerdings ein Interesse daran, unnötige Besuche zu vermeiden, da die Höhe der Leistungen für jeden gesetzlich krankenversicherten Patienten gedeckelt ist.

Häufige Arztbesuche privat krankenversicherter Patienten

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung können private Versicherungen die Häufigkeit der Arztbesuche einschränken und ihre Begleichung bei Bagatell-Erkrankungen ausschließen. In der Realität kommt ein derartiger Leistungsausschluss jedoch nicht vor, zumal der Patient immer angeben kann, die Schwere seiner Erkrankung überschätzt zu haben. Privat krankenversicherte Personen müssen jedoch in der Regel die Kosten für die Arztrechnung zunächst auslegen, so dass übermäßig häufige Arztbesuche für sie zu einer finanziellen Belastung führen können. Des Weiteren wurden in einigen Tarifen der privaten Krankenversicherung Selbstbehalte vereinbart. Wer als Privatpatient sehr häufig eine Arztpraxis aufsucht, zahlt jährlich den vereinbarten maximalen Betrag des Selbstbehaltes.

Ist bei häufigen Arztbesuchen die gesetzliche Krankenkasse die bessere Wahl?

Bei einer ausschließlichen Betrachtung aus Kostengründen erscheint die gesetzliche Krankenversicherung als ideale Wahl für Patienten, welche häufig einen Arzt zu besuchen planen, da sie keine hohen Vorleistungen zu tragen haben. Auf der anderen Seite wird der Arzt durch die privaten Krankenversicherer für jedes einzelne Patientengespräch angemessen bezahlt, während die gesetzlichen Krankenkassen die Vergütung pro Patienten und Quartal deckeln. Aus diesem Grund nehmen sich die meisten Ärzte für häufig in der Praxis erscheinende Menschen deutlich mehr Zeit, wenn diese privat krankenversichert sind.